RÜCKBLICK- 26.11.2019 Talk im Flagship 'Überblick behalten!'

modissa
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«Sibylle Lichtensteiger, wie behält man heute den Überblick?»

Im 2. Talk der neuen Gesprächsreihe «Kümmern wir uns!» erzählte Sibylle Lichtensteiger im Gespräch mit der Journalistin Stephanie Ringel, wie sie als menschlicher Kompass die Themen für ihre Ausstellungen im Stapferhaus Lenzburg findet.

Draussen leuchtet die Zürcher Bahnhofstrasse in festlichem Lichterglanz. Drinnen, hinter den legendären Panoramafenstern, im 3. Stock der modissa, herrschte heiter-gespannte Vorweihnachtsstimmung.

Ein wichtiger Wert ihrer Arbeit sei es, so Sibylle Lichtensteiger, Mehrdeutigkeit aushalten zu können. Einfache Antworten gebe es nicht. Statt dessen sei es wichtig sich immer wieder zu hinterfragen, streitbar zu bleiben und die verschiedenen Seiten eines Themas zu beleuchten. Überblick behalten heisst damit auch, nicht nur einen gut organisierten Alltag zu haben, sondern gedanklich in viele Richtungen offen zu bleiben und das Interesse an Vielfalt zu kultivieren.

Die Direktorin des Stapferhaus Lenzburg leitet seit acht Jahren die Institution, in der sie mit ihrem Team die Fragen unserer Zeit aufgreift und daraus interaktive, sinnlich erlebbare, kluge Ausstellungen konzipiert. Aktuell läuft «Fake – die ganze Wahrheit», davor ging es um Heimat, Geld oder Wahrheit. Fast 100'000 Menschen haben die Ausstellung – deren Kernstück die zentrale Lügenanlaufstelle ist - bereits besucht.

 

 

 

Für sich selbst findet Sibylle Lichtensteiger Orientierung, wenn sie sich zurückzieht, in Klausur geht, sinnbildlich gesprochen abtaucht. So komme sie in den Flow, den es brauche, um mit einer Idee weiter zu kommen. Hoffnung macht ihr, dass es dem Stapferhaus auch nach bald 60 Jahren Bestehen noch gelingt den Puls der Zeit zu fühlen. Nächstes Thema, an dem sie gerade denkt, ist eins der Reizthemen unserer Zeit: Geschlecht – Gender.

 Im Austausch nach dem Talk zeigte sich in den Gesprächen der Besucherinnen und Besucher, dass Geschlechterbilder eine Frage sind, die man beleuchten sollte, um besser zu verstehen. So zum Beispiel auch explizit die Rolle der Mode.   

Statt des Eintrittsgeldes entschieden sich die Veranstalter, eine Kollekte zu erbitten. Der Gesamtbetrag wurde an das Stapferhaus Lenzburg gespendet.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von modissa und Stephanie Ringel Editorial Services.