Barbara Higgs

Andrea Lucia Brun
Andrea Lucia Brun

Kulturmanagerin und Enthusiastin

Mein Zuhause ist die Kultur

Sie ist eines der Zahnräder hinter den Kulissen. Barbara Higgs wuchs mit Theater, Musik und Kunst auf und weiss, dass Zauber auf der Bühne nur durch ein gut eingespieltes Team entsteht.

Kaum jemand ahnt, dass es am Theater rund 80 Berufe gibt, die ineinander greifen wie ein Uhrwerk. Die in Australien geborene österreichisch-schweizerische Doppelbürgerin verantwortet nach Stationen im Ausland und Engagements am Opernhaus Zürich und bei Lucerne Festival seit 2012 das Fundraising und Development am Schauspielhaus Zürich. Gemeinsam mit Sponsoren, Stiftungen und Gönnern entwickelt sie nachhaltige Partnerschaften.

Was ist Deine Vision als Kulturmacherin in der Schweiz?

Kultur-Macherinnen oder Kultur-Schaffende, das sind die Künstlerinnen und Künstler!

Ich bin ein Bindeglied zwischen dem Theater und der Wirtschaft sowie der Gesellschaft.

Liebe und Leidenschaft für das Theater zu entfachen, das ist meine Triebfeder.

Und meine Vision: Theater und Kultur in der Gesellschaft, im Alltag, im modernen  Leben zu verankern und Menschen jeden Alters und jeder Herkunft den Zugang zu ermöglichen. 

Wurden Dir im Leben auch mal Hürden gestellt?

Natürlich. Ein flaches Leben ist langweilig, Hürden gehören dazu.

Manche Hürden packt man elegant, über manche stolpert man und fällt hin. Dann steht man wieder auf.

Es sind die vermeintlichen Unmöglichkeiten, die das Leben lebenswert und interessant machen.

Was bewegt Dich als Macherin im Jahr 2018?

Das Bewusstsein, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind. In den USA und in vielen westlichen  Ländern stehen mittlerweile Errungenschaften und Werte auf dem Spiel, für die Generationen gekämpft haben. Wir leben in der Schweiz so privilegiert. Wir haben die Freiheit, unsere Gesellschaft  zu hinterfragen, uns zu engagieren und Farbe zu bekennen.

Mut macht schön, nicht?

Absolut. Mut, Haltung, Engagement – das macht sehr schön.

Hast Du ein Schönheitsritual?

Ja. Mit dem Leben flirten.  

Frauen in Chefetagen sind nach wie vor die Seltenheit. Was denkst Du macht es Frauen so schwer, in Führungspositionen zu gelangen?

Bei uns am Schauspielhaus Zürich ist Barbara Frey die erste Intendantin seit der Gründung 1938 und in der derzeitigen künstlerischen Leitung arbeiten mehr Frauen als Männer.

Allgemein herrschen jedoch Strukturen vor, die von Männern für Männer geschaffen worden sind.

Sie wurden und werden aufgebrochen. Eine Grundvoraussetzung ist, dass Frauen, die Familie haben und Karriere machen, von ihren Männern unterstützt werden. Ich habe das Glück, dass mein Mann und ich Erziehung, Haushalt und Ferienbetreuung 50:50 aufteilen.

Mega-Slogan, Future is Female. Trend oder Zukunftsentwicklung?

Feministinnen im New York der 70er Jahre verwendeten diesen Slogan. Recht hatten sie!

Für mich gilt: Future is human. Wir alle leben miteinander auf dieser einen Welt. Es geht um ein faires Zusammenleben. Frauen und Männer zu schubladisieren, das geht mir gegen den Strich.  

Wenn Du Frauen ermutigen könntest, ihre Träume zu verwirklichen. Welchen Rat würdest du mitgeben?

Erkenne Deine Talente, traue Deiner Intuition und folge ihr.   

Fabelhaft! Das Schauspielhaus ist Partner der modissa. Worauf dürfen sich unsere Kundinnen freuen?

modissa ist neu offizieller Ausstatter am Schauspielhaus Zürich. Das heisst, Kleidungstücke von modissa werden als Kostüme  auf der Pfauenbühne oder im Schiffbau zu entdecken sein und das Schauspielhaus wird die modissa Kundinnen im Haus an der Bahnhofstrasse mit Theaterkunst überraschen.