RÜCKBLICK- 05.11.2019 Talk im Flagship 'Kümmern wir uns!'

modissa
modissa

Passt das wirklich – zwischen Akris Punto und Maison Martin Margiela über die Reizthemen Umverteilung und Armut zu sprechen? Es passte!
 
Die neue Talkreihe «Kümmern wir uns!» ist am vergangenen Dienstag engagiert-emotional gestartet. Nachdem langsam Ruhe auf der Bahnhofstrasse und im dritten Stock unseres Flagships einkehrte, nach einem Glas Champagner zur Begrüssung und angeregten Gesprächen zwischen den Gästen, begann ein aufregendes Experiment.
 
Stephanie Ringel sprach mit Beatriz Schreib de Alzaga-Achter über das Reizthema Umverteilung. Die Präsidentin des Gönnervereins der Schweizer Tafel Zürich bewegt Tag für Tag viel. Dank der Organisation landen jedes Jahr 4000 Tonnen Lebensmittel im Wert von 26 Millionen Schweizer Franken statt auf dem Müll, in den kreativen Küchen sozialer Einrichtungen. Jeder 12. Mensch in der Schweiz lebt unter der Armutsgrenze. Armut hier heisst: materiell, sozial und kulturell nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können; vor allem Frauen, Kinder oder ältere Menschen sind betroffen.

Die beste Art, sich zu beschweren, sei etwas zu unternehmen, sagte Beatriz Schreib. Und so sammelt sie Spenden mit glücklicher Hand: 44 Prozent der Gesamteinnahmen der Schweizer Tafel werden vom Zürcher Team zusammengetragen. Soziale Courage braucht, laut Beatriz Schreib nicht nur Mut («auch sie müsse sich oft durchringen, um Spenden zu bitten»), sondern auch eine offene Streitkultur und die Fähigkeit, Spannung auszuhalten, also das nagende Gefühl von Ungerechtigkeit einerseits und andererseits nie genug tun zu können.
 
Nach einer guten Stunde schloss Beatriz Schreib auf die Frage «Was macht Ihnen Hoffnung?» so: «Es macht mich glücklich, dass ich, weil es mir gut geht, helfen kann. Es ist doch phantastisch, dass für nur einen Franken 2.5 Kilogramm Lebensmittel eingesammelt und weiterverteilt werden können. Für viele Menschen macht dieser eine Franken einen Unterschied.»

Statt des Eintrittsgeldes wurde eine Kollekte zu erbeten. Der Gesamtbetrag wurde an die Schweizer Tafel gespendet.

Der nächste Talk im Flagship aus der Reihe «Kümmern wir uns!» findet am 26.11.2019 statt. Dann spricht Stephanie Ringel mit Sibylle Lichtensteiger, der Direktorin des Stapferhaus in Lenzburg. Sie erzählt, wie und wo sie Orientierung in der täglichen Reizüberflutung findet.
(Eintritt: Kollekte fürs Stapferhaus)